Heute fahren wir ins Stelzendorf Kompong Khleang am Tonle-Sap-See. Das ist der größte See Südostasiens und eines der fischreichesten Binnengewässer der Erde.

Es ist ein sehr armes Dorf, aber die Bewohner beschämen uns fast mit ihrer zufriedenen und freundlichen Wesensart. Was sind wir doch bei uns zu Hause vergleichsweise im Schlaraffenland und trotzdem wirken viele Menschen unzufrieden.

Im Süden ist der See mit dem Tonle-Sap-Fluss verbunden, welcher im jahreszeitlichen Wechsel jeweils den Zu- oder Ablauf bildet und weiter südlich in den Mekong mündet.

Jedes Jahr im Juni ist dort ein in dieser Größenordnung weltweit einzigartiges Naturphänomen zu beobachten. Der Mekong führt zu dieser Zeit auf Grund der Monsunregenfälle und durch das Schmelzwassee aus dem Himalaya bis zu viermal mehr Wasser als in den trockenen Monaten. Da Kambodscha ein großteils sehr ebenes Land ist, drängt das Wasser des Mekong in den Tonle-Sap-Fluss, dieser wechselt daraufhin seine Fließrichtung. An dessen Ende füllen die Wassermassen nun das Becken des Sees.

Der Höhepunkt der Überflutung wird im September erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ist knapp ein Drittel der landwirtschaftlichen Kulturfläche Kambodschas von Wasser bedeckt.

Erst im November, wenn der Mekong wieder weniger Wasser führt, wechselt der Fluss erneut die Richtung und das Wasser des Sees fließt langsam ab. Dieses Ereignis ist Anlass für das sogenannte Wasserfest, das auch gleichzeitig den Beginn der Fischereisaison darstellt.

Also fliesst auch in diesem Dorf erst seit ein paar Wochen das Wasser wieder ab.

Der Reiseleiter erklärt uns, dass trotz der Armut auch hier der Buddhismus den Menschen durch die Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Tod macht. Daher bezahlen sie zB für diese goldfarbenen Pagoden den hier ungeheuren Preis von mehr als umgerechnet 3000 Euro. Obwohl sie nur von der Hand in den Mund leben, aber die Hoffnung wird teuer bezahlt. Das macht mich sehr betroffen. Ist doch überall auf der Welt das gleiche.


Vorher waren komplett alle Stelzenhäuser bis zur Wohnfläche überflutet und die Menschen konnten ihre Häuser nur per Boot erreichen.








Das Picknick im Stelzenhaus mit mitgebrachten Sachen war schon ein ganz besonderes Erlebnis. Getränkedosen bekamen wir vom „Restaurant „. Zum Glück wurden die Dosen in Netzen gesammelt. Das ist nicht selbstverständlich, weil leider der Müll ansonsten mehr oder weniger im See landet. Natürlich auch alle ungefilterten Abwässer. Und nebenan wird gefischt…Das macht mich noch dankbarer für unsere funktionierende Müllabfuhr zu Hause. Ist alles nicht so selbstverständlich, das merkt man dann besonders auf solchen Reisen. Wir sind so privilegiert und nehmen vieles als selbstverständlich hin. Ist es aber nicht!

Jetzt geht es wieder zurück Richtung Hotel. Unterwegs wird uns noch ein Handwerks- und Verkaufsbetrieb vorgeführt.





