Tag 9: Stabkirche und Gletscher

Für heute wählen wir spontan eine Strecke aus, die als landschaftlich reizvoll beschrieben wird- und das ist nicht zu viel versprochen. Mit der Autofähre überqueren wir den Sognefjord und erreichen schon bald die Stabkirche von Kaupanger aus dem 12. Jahrhundert.

Ganz friedlich steht sie da  und man kann in der Ferne den Fjord durch die alten Bäume erkennen. Umgeben vom  würdigen Friedhof, dessen alte Grabsteine von Rasen umgeben sind. Es ist ein Ort der Ruhe. Schon von außen wirkt die Kirche auf mich angenehm, da sie durch die hölzerne Fassade schlichte Natürlichkeit  verkörpert.

Wir entscheiden uns dafür, das Gebäude aus dem 12. Jahrhundert auch von innen anzuschauen.

Belohnt werden wir mit dem absoluten Luxus einer Einzelführung .  Eine junge sympathische Norwegerin aus dem Ort erläutert  uns die Hintergründe  auf Englisch (so perfekt wie wir es hier überall antreffen und das so selbstverständlich und akzentfrei klingt, als ob wir eigentlich durch England fahren würden). Der Eindruck der Kirche im Innern ist warm und angenehm, da sie vollständig aus Holz erbaut ist und auch so natürlich danach riecht. Du möchtest sofort eine der 20 Holzsäulen (daher Stabskirche ) mit ihrer glattglänzenden Oberfläche berühren. Fasziniert hat mich die Geschichte dieser immer noch so gut erhaltenen Pinienstämme, die von versierten Kirchenkonstrukteuren in den Wäldern speziell für ihre spätere Verwendung ausgesucht wurden. Man hat sie schon bis zu 10 Jahre vor Verarbeitung ohne sie zu fällen entrindet, wonach das Harz austrat, sie quasi ausbluteten und auch von jeglichem Ungeziefer verlassen wurden. Wind und Regen machten sie dann für ihre spätere „Aufgabe“ widerstandsfähig, also eine natürliche Imprägnierungsphase der Natur. Immerhin stehen die Kameraden schon seit 800 Jahren da und sind noch immer stabil!

An den Wänden sind ganz schlichte Bemalungen auf dem Holz erhalten:

Interessant war auch die Verbreiterung der Kirche, indem sie in der Mitte geteilt und dort verlängert wurde. Sie wurde aufgrund der vielen zuerst noch katholischen Frommen vergrößert, die 3 Mal täglich -damals noch ohne Sitzbänke- zum Beten kamen. Der Ort Kaupanger kommt wohl von „Kaufanger“ und war ein großes Handelsstädtchen im Mittelalter.


Der Gletscher:

Das nächste highlight an diesem Tag ist ein Gletscher aus nächster Nähe. Wen die naturwissenschaftlichen Hintergründe interessieren kann sich das architektonisch schon von außen  interessant gestaltete Gletschermuseum anschauen:


 

Mir gefällt eher Natur pur und ich bin quasi in Ehrfurcht erstarrt beim Betreten des Weges , der wenige km nach dem Museum vom Parkplatz aus auf  ein  kraterähnliches Bergmassiv zuführt.

Im Jostedalsbreen-Nationalpark:

Der Jostedalsbreen  ist der größte europäische Festlandgletscher, ca. 40 km lang und 15 km breit. Die Eisschicht soll bis zu 500 m dick sein, unvorstellbar! 

Oben die trotzig der Sonne widerstehenden Eismassen, dann Felsen mit kleinen Wasserfällen oder Rinnsalen, die sich in den glasklaren Gletschersee ergießen und dann in dem kräftigen Flüsschen sich weiter ins Land schlängeln. Alles hochromantisch, einige Kühe stehen im Gebüsch und die vereinzelten Touristen aus dem Reisebus und den wenigen Autos und WoMos verlaufen sich . Was für eine wunderbare Natur…

 

 

 

 

Tag 8: Erlebnis Flåmbahn

Die Flåmbahn wird als eine der schönsten Zugstrecken auf der Welt bezeichnet und ist eine der führenden touristischen Attraktionen in Norwegen. Die Fahrt soll die schönsten Seiten der atemberaubenden Landschaft Westnorwegens zeigen.
Da Flåm auf unserem Weg Richtung Bergen liegt, wollen wir uns diese Attraktion natürlich nicht entgehen lassen.
Zunächst sind wir erstaunt, dass wir quasi im Inland ein großes Kreuzfahrtschiff am Hafen von Flåm entdecken. Was macht das denn hier?
Ein Blick auf die Karte verdeutlicht, dass Flåm am Ende des Aurlandsfjords, einem Seitenarm des Sognefjords liegt und große Schiffe bis hierhin durchfahren können.

Im Laufe einer Stunde bringt uns der Zug von Meeresebene am Sognefjord in Flåm zur Bergstation Myrdal , die auf 867 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Myrdal ist auch eine Haltestelle der Bergenbahn, die zwischen Bergen und Oslo verkehrt. Die Landschaft ist wirklich umwerfend schön!
Unterwegs erfahren wir, dass sie auch die „20er Bahn “ genannt wird: Die Flåmbahn ist 20 km lang, hat 20 Tunnel, es dauerte 20 Jahre, sie zu bauen mit Baukosten von ca. 20 Millionen NOK (bei der Fertigstellung 1940). Für einen Meter Tunnel haben die Männer damals einen Monat lang hart gearbeitet!

Die Flåmbahn ist eine der steilsten Bahnstrecken auf Normalspur weltweit, die auf 80 % der Reise mit einer Steigung von 5,5 % verläuft. Der Zug durchquert eine eindrucksvolle Landschaftskulisse,  die man wirklich nur atemberaubend schön nennen kann.
Ganz besonders beeindruckt bin ich vom Zwischenstopp bei einem Wasserfall. Plötzlich ertönt aus Lautsprechern sanfte „Elfenmusik“ und am Rand des imposanten Wasserfalls taucht plötzlich eine  Frau mit langem blonden Haar auf, die sich im wallenden roten Kleid tanzend elegant bewegt. Damit hat nun wohl keiner gerechnet und wir stehen auf dem Bahnsteig wie Kinder vor dem Weihnachtsbaum. Wie schön, wenn man auch große Kinder noch zum Staunen bringen kann 😉

 

Tag 7: Skiorte und Wasserfälle

 

Wir fahren durch ein Skigebiet und sehen noch neben stillgelegten Skiliften Reste von Schnee:

Wunderschöne und sehr abwechslungsreiche Gegend:

 

 

Immer mal wieder ein Foto Stopp:

Der Låtefossen Wasserfall
Wir finden diesen schönen kleinen Campingplatz kurz vor Voss mit Blick auf einen kleinen See:

Tag 6: Von Evje nach Norden durchs Setesdal

Wieso gibt es in Norwegen tatsächlich Sommerwetter mit 26° und keine Mücken, obwohl wir doch ein ganzes Paket Regensachen und Anti-Mücken-Chemie im Gepäck haben? Das ist ja wunderbar!

Nach dem Frühstück vor dem WoMo im Freien fahren wir recht spät aber sehr entspannt (Wassertank aufgefüllt etc.) immer auf der gleichen Landstraße durch das Setesdal. Um uns herum wird es immer ursprünglicher, wenig Zivilisation und viel Natur.

Vorbei an einem 200m Wasserfall und mit Aufenthalt an einem zauberhaften Ort, wo der Fluss Otra mit dicken, oft bewachsenen Felsen und Bäumen, die aus Steinspalten mitten im Wasser wachsen, uns mit ihrer vollkommenen Bedürfnislosigkeit erstaunen. Socken aus… zum ersten Fußbad im eiskalten Fluss, womit die Hochachtung vor den Ausflüglern steigt, die tatsächlich in den aufgestauten Flusswindungen voller Vergnügen plantschen.

Tag 5: Mit dem WoMo übers Meer…

Auf Empfehlung unseres Campingplatznachbarn sind wir schon 4 Std. vor Abfahrt statt der erforderlichen 2 am Fährableger. Das fällt gar nicht so schwer, weil es ja schon seit 4 Uhr so hell ist und der frische Seewind uns so richtig aufmunternd um die Nase weht. Es scheint ein bewölkter, eher kühler Tag zu werden und die anfänglichen 16° lassen uns die Fleece Jacken vorsorglich herausholen. Noch nie sind wir mit einem Wohnmobil auf eine Fähre gefahren und demnach auch entsprechend aufgekratzt. Aber dann läuft alles wie am Schnürchen. Nur ein Vorzeigen der Personalausweise und wir erhalten die Bordkarten und werden der entsprechende Reihe auf dem Warteparkplatz zugeordnet. Vorteil des Wohnmobils: ein kleines Schläfchen im hinteren Teil des Wagens, da die (helle) Nacht doch sehr kurz war. Der Parkplatz hat was von den Wagenburgen der amerikanischen Siedler, die Richtung Westen zogen, nur verläuft es hier anonymer in Blechkisten Richtung Norden.

Und irgendwann rollt die Wagenkolonne mit Hilfe der radelnden Einweiser in den geöffneten Schlund, das geht aufgrund der vorgegebenen Ordnung ungewöhnlich schnell, genauso wie er kurz vorher minutenlang  in nicht enden wollender Masse in hohem Tempo die von Norwegen ankommenden Blechbüchsen herausgelassen hat- bei solch einer Ladung werden wir in  2 Wochen auch dabei sein. Wie werden unsere Eindrücke sein, um die wir unsere Erlebniswelt dann bereichert haben?


Relativ unbelastet von einer starren Planung starten wir Richtung Norden. In  einer Woche wollen wir in Bergen bei meiner Freundin Susi sein, die direkt nach dem Abi dorthin gezogen ist. Sonst lassen wir alle offen und wollen uns keinen Vorgaben anpassen müssen, was für uns die Freiheit dieses Urlaubs im rollenden Zuhause ist, denn Vorgaben haben wir ja im Alltag genug. Also spontan in Christiansand an der Kreuzung Richtung Evje, die Zivilisation unerwartet schnell hinter uns lassend erreichen wir ein paar Stunden später nach viel Staunen über die unberührte Natur des Setesdals bei bestem Wetter unseren ersten Campingplatz im neuen Land. Es scheint nicht dunkel zu werden, aber die Sonne geht hier eine Stunde später auf als bei uns und ist eine Stunde früher schon munter.

Tag 4: Von Kappeln bis zur Nordspitze Dänemarks

Habt Ihr auch mal früher den „Landarzt“ im Fernsehen gesehen? Mir gefiel die schöne Gegend um Kappeln sehr gut und ich wollte mir das nun mal in Natura anschauen. Von vielen Leuten hatte ich auch nur Gutes von der Schlei-Gegend gehört und hatte nun Lust, mir selbst ein Bild davon zu machen. Also: auf nach Kappeln zum nächsten Wohnmobilstellplatz.

Der Hafen von Kappeln

Von hier geht es nun über Flensburg Richtung Norden, einmal längs durch Dänemark auf der Autobahn.
Abends erreichen wir an der Küste den großen Campingplatz in Hirtshals, wo wir mit vielen anderen auf die Abfahrt der Fähre am nächsten Morgen warten.

Gesehen auf einem anderen Wohnmobil…könnte auch mal unser Slogan werden !

 

Tag 3 : Nord-Ostsee-Kanal

Von Plön aus geht es am Nachmittag weiter Richtung Norden. Auf dem Weg liegt in Höhe von Kiel der Nord-Ostsee-Kanal, den wir uns gerne näher anschauen möchten.

Wir haben großes Glück: Nach einem hervorragenden Parkplatz,  mit dem WoMo nicht immer so einfach, fahren wir mit einer kleinen Fähre zu dem Punkt, von wo aus wir die erste Schleuse beobachten können, die von Ost nach West auf die Schiffe wartet. Wir sind Freunde der Kreuzfahrt und finden es toll, dass gerade bei unserer Ankunft am Beobachtungspunkt die „Viking Sun“ passiert, als ob wir es extra bestellt hätten ;-).

Ein imposantes Schauspiel, da bekommen wir direkt wieder Lust, die nächste Kreuzfahrt zu planen 😉

Der Blick auf die „Viking Sun“ von unserer Fähre aus.

 

Tag 3: Vormittags Plön

Morgens nehmen wir die mitgebrachten Räder aus dem WoMo und fahren ein Stückchen um den See herum, bis wir nach Plön kommen. Eine kleine Radtour tut bei dem vielen Sitzen sehr gut. Wir frühstücken fürstlich  auf der vorgelagerten Seeterrasse eines Restaurants und können dabei die Schiffe beobachten:

Gut gestärkt führt uns die kleine Radtour weiter, an solch idyllischen Aussichtsplätzen vorbei:

Das Plöner Schloss...

…und wieder zurück in den Ort.

Tag 2 : Scharbeutz

Also, Scharbeutz ist nur ein paar km vom Timmendorfer Strand entfernt und sowas wie die kleine schlichtere Schwester. Am Timmendorfer Strand ist alles edel und hier noch eher ursprünglich. Hat beides seinen Reiz.

Wir  verabschieden uns von unserem Freund und fahren abends noch bei bestem Wetter weiter bis PLÖN.

Dort finden einen schönen Stellplatz, der seinem Namen alle Ehre macht :“Ruhleben“. Da ist es wirklich angenehm  still und man ist direkt an dem See, von dem aus man den direkten Blick auf das Plöner Schloss hat.

Vor allem der Sonnenuntergang ist der Knaller und ich habe es mir  deshalb als Hintergrund für meinen Blog ausgesucht 😉

Tag 2 : Timmendorfer Strand

Am Nachmittag fahren wir von Lübeck weiter bis zu einem kleinen Ort in der Nähe von Bad Schwartau, wo wir wiederum von einem guten Freund, den ich seit 8 Jahren nicht gesehen habe, zu Kaffee und Kuchen auf der Terrasse eingeladen werden. Auf meinen speziellen Wunsch hin fahren wir gemeinsam zum Timmendorfer Strand, von dem ich schon so oft gelesen habe. Ab heute soll der weiße Fleck auf der Landkarte keiner mehr bleiben.

Wir erkunden den Ort bei einem Spaziergang. Gefällt uns gut, ist aber eher so ein „Schicki-Micky-Ort“ 😉